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Vom Bandleader zum Blick nach außen

Eisbär - Ehrenratsvorsitzender

Eisbär gehört zu den prägenden Figuren der frühen Jahre von Imperial Council. Als Bandleader, Schlagzeuger und Mitgründer hat er die Entwicklung der Band und später der CouncilGroup entscheidend mitgestaltet.

Heute ist er nicht mehr im aktiven Tagesgeschäft, aber weiterhin eng verbunden. Als Ehrenratsvorsitzender begleitet er die Entwicklung mit Abstand – und mit einem klaren Blick darauf, was trägt und was nicht.

Im Council Talk spricht er über seinen Weg zur Musik, die frühen Jahre, den Umgang mit Verantwortung und darüber, warum es manchmal schwerer ist, loszulassen als aufzubauen.

Wer bist du – und welche Rolle hast du in der CouncilGroup?

Ich bin Matthes, besser bekannt als Eisbär. Ich habe Imperial Council und die CouncilGroup mitgegründet. Bei Imperial Council und später auch bei 2Council habe ich Schlagzeug gespielt und war lange Zeit Bandleader von Imperial Council.

Heute bin ich Ehrenratsvorsitzender und begleite das Ganze eher aus der zweiten Reihe.

 

Wann hat Musik oder Kultur dein Leben spürbar geprägt?

Das fing relativ früh an. Ich habe als Kind an der Musikschule Gitarre gelernt, ich glaube mit acht Jahren. Die klassische Musik hat mich aber nicht lange gehalten. Es wurde schnell härter, und ich habe viel Thrash, Death und Black Metal gehört.

In einer der ersten Bands habe ich zunächst Bass gespielt, zusammen mit Carsten und meinem Bruder. Das Schlagzeug kam später dazu. Ich hatte schon länger Interesse daran und habe immer wieder für mich geübt. Irgendwann habe ich die beiden überzeugt, dass ich am Schlagzeug besser aufgehoben bin.

 

Was hat dich überzeugt, Teil der CouncilGroup zu werden – und zu bleiben?

Weil es mein Baby war und ist. Ich habe das Ganze zusammen mit Carsten und Sascha aufgebaut und großgezogen. Deshalb war es nie eine Frage, ob ich Teil davon bin.

 

Gab es einen Moment, der dich innerhalb der CouncilGroup besonders gefordert hat?

Der erste Auftritt mit Imperial Council bei der Sommerparty eines Motorradclubs in Gelsenkirchen.

Ich wollte unbedingt, dass wir dort spielen und dass es funktioniert. Der Druck war entsprechend hoch, und es hat mich viele Nerven gekostet. Am Ende hat es sich aber gelohnt.

 

Wofür soll die CouncilGroup in fünf Jahren stehen?

Für Zuverlässigkeit und Vertrauen. Dass man mit uns gut arbeiten kann und wir als Partner ernst genommen werden.

Und dass die Leute in der CouncilGroup Spaß haben. Ohne Druck, etwas machen zu müssen, sondern mit dem Gefühl, etwas machen zu wollen.

 

Du warst lange Bandleader und hast Imperial Council stark geprägt. Wie schwer war es für dich, Verantwortung später abzugeben?

Am Anfang war es sehr schwer. Heute fühlt es sich einfach an, weil ich sehe, was daraus geworden ist. Aber damals hat mir etwas gefehlt.

Ich habe keine Entscheidungen mehr getroffen, sondern nur noch wahrgenommen, was entschieden wurde. Das war ungewohnt. Gleichzeitig bin ich beeindruckt davon, was aus dem Konzept geworden ist und was die Leute heute daraus machen.

 

Deine Meinung hat weiterhin Gewicht, obwohl du dich bewusst zurückhältst. Wann bringst du dich ein – und wann lässt du Dinge laufen?

Ich würde mich einbringen, wenn es ernsthafte Konflikte unter den Gründungsmitgliedern geben würde oder wenn ein Teil des Vereins auseinanderzubrechen droht.

Auch als Schlichter, wenn es notwendig ist. Ansonsten lasse ich vieles bewusst laufen, gerade wenn es um Entwicklung oder Besetzungen geht.

Und wenn der Vorstand Mist baut, würde ich mich wahrscheinlich auch melden.

GEWACHSEN – MIT ABSTAND

Nachklang

Eisbär spricht ruhig und ohne große Worte über Verantwortung, Aufbau und Veränderung. Seine Antworten zeigen, wie viel von dem, was heute selbstverständlich wirkt, in einer Zeit entstanden ist, in der noch nichts sicher war.

Er hat Strukturen geprägt, Entscheidungen getragen und eine Grundlage geschaffen, auf der heute weiter aufgebaut wird. Dass er heute bewusst Abstand hält, ist kein Rückzug, sondern eine Haltung. Er greift nur ein, wenn es notwendig ist. Und genau darin zeigt sich, dass seine Rolle nicht verschwunden ist – sondern sich verändert hat.