
"Die CouncilGroup funktioniert am besten, wenn viele bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und eigene Ideen einzubringen."
Sascha ist Mitgründer der CouncilGroup und prägt ihre Entwicklung seit vielen Jahren – als Musiker, Songwriter und konzeptionelle Kraft im Hintergrund.
Was als gemeinsames Bandprojekt begann, hat sich unter seiner Mitwirkung zu einem Netzwerk aus unterschiedlichen musikalischen und kreativen Ansätzen entwickelt.
Sein Blick auf Musik verbindet künstlerische Freiheit mit Struktur und Verantwortung. Dabei geht es ihm weniger um einzelne Projekte als um das große Ganze: Räume zu schaffen, in denen Ideen entstehen, wachsen und Bestand haben können.
In diesem Council Talk spricht Sascha über Anfänge, Entwicklung, Verantwortung und darüber, warum Gemeinschaft immer auch bedeutet, Kompromisse einzugehen.
Wer bist Du – und welche Rolle hast Du in der CouncilGroup?
Mein Name ist Sascha. Gemeinsam mit Carsten und Matthes habe ich 2009 Imperial Council gegründet – aus dem Wunsch heraus, Musik zu machen, die uns wirklich entspricht.
Aus diesem Projekt ist 2020 die CouncilGroup entstanden, der ich seitdem im Vorstand vorstehe.
Musikalisch spiele ich Gitarre und Percussion und übernehme bei einigen ausgewählten Liedern auch den Gesang.
Wann hat Musik oder Kultur Dein Leben spürbar geprägt?
Zur Musik bin ich mit etwa 14 oder 15 Jahren gekommen.
Aus jugendlicher Langeweile habe ich damals die Konzertgitarre meines Bruders in die Hand genommen und die tiefe E-Saite angeschlagen – und ab diesem Moment hat mich das Thema nicht mehr losgelassen.
Ich sehe Musik als Ventil zum Alltag.
Gerade wenn man viele Eindrücke aus Arbeit und Familie verarbeitet, hilft sie mir, Emotionen zuzulassen und Dinge einzuordnen, für die Worte manchmal nicht ausreichen.
Was hat Dich überzeugt, Teil der CouncilGroup zu werden – und zu bleiben?
Der ursprüngliche Antrieb waren Carsten und Matthes.
Wir hatten eine gemeinsame Vision und den Wunsch, mit Imperial Council – und später mit der CouncilGroup – einen Raum für unsere Kreativität zu schaffen.
Heute kommt meine Motivation vor allem aus dem Miteinander:
aus Gesprächen über Ideen und Strategien, aus dem Lernen voneinander und aus gemeinsamen Wegen, etwa auf Veranstaltungen oder Messen.
Genauso wichtig sind aber auch die kleinen Momente – Proben, Gespräche oder einfach das gemeinsame Unterwegssein.
Gab es einen Moment, der Dich innerhalb der CouncilGroup besonders gefordert hat?
Es gab viele prägende Momente, die sich über die Zeit aufgebaut haben.
Besonders herausfordernd war für mich im letzten Jahr die Organisation und Durchführung des „Rock am Bahnwerk“-Festivals.
Dieses Projekt hat mich stark gefordert und mir gleichzeitig gezeigt, wozu dieser Verein gemeinsam in der Lage ist.
Es gab auch Zweifel und Unsicherheiten, ob wir dem Anspruch gerecht werden können.
Umso stärker war die Erfahrung, dass trotz aller Herausforderungen Spaß, Freude und Menschlichkeit nicht verloren gegangen sind.
Wofür soll die CouncilGroup in fünf Jahren stehen?
Die CouncilGroup soll auch in Zukunft eine Gemeinschaft sein, in der sich Musikerinnen, Musiker und engagierte Menschen zusammenfinden, um gemeinsam Kreatives zu schaffen.
Mein Wunsch ist, dass dieser offene Geist erhalten bleibt – dass neue Ideen genauso willkommen sind wie Menschen, die sich erst langsam an ihre Rolle herantasten.
Dieses Grundverständnis sollte sich nicht verändern.
Wo gerätst Du zwischen künstlerischer Freiheit und Struktur in Konflikt?
Der größte innere Konflikt entsteht für mich im Bereich der künstlerischen Freiheit.
Nicht jeder Wunsch lässt sich umsetzen, auch wenn man selbst eine klare Vorstellung davon hat.
Gleichzeitig bedeutet Gemeinschaft, unterschiedliche Charaktere, Einflüsse und Perspektiven zu berücksichtigen.
Kreativität entsteht dabei oft nicht trotz, sondern gerade durch diesen Prozess.
Das entscheidende Wort ist für mich: Kompromiss.
Was müsste passieren, damit die CouncilGroup auch ohne Dich stabil funktioniert?
Ich glaube, wir sind hier auf einem sehr guten Weg.
Die CouncilGroup funktioniert bereits heute stabil und zuverlässig – unabhängig von einzelnen Personen.
Das liegt daran, dass viele Mitglieder eine ähnliche Haltung zu diesem Projekt haben und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, eigene Ideen einzubringen und Dinge aktiv mitzugestalten.
Genau darin sehe ich eine große Stärke dieses Vereins.

Nachklang
Saschas Antworten sind reflektiert und klar strukturiert. Sie zeigen, dass hinter der CouncilGroup nicht nur Musik, sondern auch ein bewusst gestalteter Rahmen steht.
Sein Fokus liegt dabei nicht auf persönlicher Bedeutung, sondern auf Stabilität, Entwicklung und gemeinsamer Verantwortung. Die CouncilGroup funktioniert aus seiner Sicht dann am besten, wenn viele bereit sind, sich einzubringen und eigene Ideen umzusetzen.
Genau darin liegt die Stärke des Projekts: nicht in einzelnen Personen, sondern in der Gemeinschaft, die es trägt.
