Mit Ein Fest schlägt Sascha Council einen ungewohnten, aber konsequenten Weg ein. Schon nach den ersten Takten wird klar: Dieses Album will nicht gefallen – es will wirken.

Der erste Vergleich liegt für viele nahe. „Klingt wie Rammstein“ heißt es oft. Und ja: Ein Fest bedient sich der Stilmittel der Neuen Deutschen Härte. Deutsche Texte, kraftvolle, meist stakkatoartige Gitarrenriffs, eine dichte, industrielle Atmosphäre und synthetische Flächen, die den Songs Tiefe verleihen.
Dass diese Stilrichtung heute unweigerlich mit Rammstein verbunden wird, ist nachvollziehbar – aber nicht ihre Definition.
Denn lange bevor diese Musik international bekannt wurde, formten Bands wie Die Krupps oder Oomph! diesen Sound. Ein Fest steht damit weniger in der Tradition einer einzelnen Band, sondern in der eines ganzen Genres.
Es ist das bislang härteste Album innerhalb der CouncilGroup. Die Wahl der Stilrichtung war dabei bewusst: Sie bietet Raum für Extreme, für Härte ebenso wie für Brüche und Stimmungen jenseits klassischer Rock-Strukturen.
13 eigene Songs und ein Cover bilden das Album. Der Großteil bewegt sich klar im Fahrwasser der Neuen Deutschen Härte – selbst Falcos Out of the Dark wird konsequent in diesen Kontext übersetzt.
Doch Ein Fest erlaubt sich Ausnahmen.
Der Wind bildet eine klassische Rockballade und sorgt – ähnlich wie Dein Name in Schatten auf Es geht mir blendend – für einen Moment des Innehaltens. Ein reduzierter Song, getragen von einem persönlichen, eindringlichen Text.
Den Schlusspunkt setzt Wolkenlos. Ein Stück, das eher an Filmmusik erinnert als an ein klassisches Albumfinale. Weit, atmosphärisch, offen. Sascha selbst beschreibt diesen Abschluss mit einem einzigen Wort: Cliffhanger.
Für was genau, bleibt offen. Und genau darin liegt die Stärke dieses Albums: Ein Fest erklärt sich nicht. Es fordert.
